Nicht von Eltern und Lehrern allein wurde ich erzogen,

sondern auch von höheren, verborgenen und geheimnisvollen Mächten.

Zum Glück habe ich, gleich den meisten Kindern,

das fürs Leben Unentbehrliche und Wertvollste

schon vor dem Beginn der Schuljahre gelernt, unterrichtet von Apfelbäumen,

von Regen und Sonnenschein, Fluss und Wäldern, Bienen und Käfern.

- Hermann Hesse -


Leitidee

Wald und Natur bietet den facettenreichsten, interessantesten und erlebnisintensivsten Lernort überhaupt. Kindliche Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kompetenzen lassen sich in diesem Umfeld in optimaler Weise fördern. Die Grundlage, sich selbst und die Welt wahrnehmen zu können besteht darin, dass alle Sinne gut entwickelt sind. Und wo können Kinder mehr Anlässe zum Sehen, Riechen, Fühlen, Hören und Schmecken finden als in der Natur? Die Wahrnehmungsfähigkeit, die sich in der Kindheit entwickelt, ist die Basis für intellektuelle Leistungsfähigkeit. Mit der Vielfalt sinnlicher Erfahrungen werden Menschen beweglich an Körper und Geist. Wald und Wiesen bieten viel Platz zum Entdecken und Spielen, die Kinder bewegen sich unbeschwert und frei. Es werden motorische und sensorische Fähigkeiten ebenso angesprochen wie Gleichgewichtssinn und Konzentrationsfähigkeit. Soziales Lernen wird im Waldkindergarten groß geschrieben. Einander helfen, zuhören, Rücksicht nehmen, Verständnis haben ist ebenso wichtig, wie eigene Interessen erkennen und vertreten. Im Waldkindergarten gibt es nur sehr wenige vorgefertigte Spielsachen. Natürliche Materialien bieten einen enormen Spiel- und Gestaltungsfundus. So werden Phantasie und Kreativität besonders angeregt. Kinder, die schon frühzeitig für die Natur sensibilisiert werden, fühlen sich auch als Erwachsene für sie verantwortlich. Im Waldkindergarten wird ein Grundstein für die Liebe zur Natur gelegt. Und was man liebt, schützt man auch – ein Umweltprojekt mit Langzeitwirkung. Der Aufenthalt in der Natur stärkt das Immunsystem. Gerade weil Waldkinder täglich Wind und Wetter ausgesetzt sind, sind sie nach einer gewissen Zeit sehr widerstandsfähig und werden weniger häufig krank. Waldkindergärten erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und die Anzahl der Neugründungen ist hoch.

Gründungsimpuls

Bereits seit einigen Jahren gab es immer wieder Anläufe, eine Waldgruppe als Außengruppe des Waldorfkindergartens Gummersbach e.V. in Anbindung an die Freie Waldorfschule Oberberg e.V. zu etablieren. Wir setzten uns immer intensiver mit dem spannenden Gedanken auseinander, die Waldorfpädagogik mit Wald- und Naturpädagogik fruchtbar zu kombinieren und glauben daran, dass sich die Waldorfpädagogik in einer Waldgruppe sehr gesundend für alle Beteiligten umsetzen lässt. Wir versprechen uns hiervon auch einen Synergie-Effekt, der nicht nur den Kindern und Familien, sondern zudem auch beiden beteiligten Einrichtungen zu Gute kommen kann. Das Waldgelände in unmittelbarer Umgebung der Waldorfschule ist sehr facettenreich und erfüllt alle Kriterien eines guten Standortes für eine Kindergartengruppe im Wald. Die Kinder werden durch die Nähe zur Schule und durch das in Kooperation mit der Schule dort eingenommene Mittagessen bereits ein Gefühl der Vertrautheit entwickeln können und der Übergang zur Schule kann so bereits sanft angebahnt werden. Die Waldorfschule wiederum kann sich über „potentiellen Nachwuchs“ an Kindern freuen, die durch differenzierte Naturerlebnisse und Bewegungserfahrungen und die gewohnten in der Waldorfpädagogik üblichen Rituale ganzheitlich gut vorbereitet sind auf eine gelingende erste Schulzeit in der Waldorfschule.

Gruppenstärke und pädagogische Mitarbeiter

In unserer Waldgruppe „Die Waldwichtel“ dürfen seit August 2019 zwanzig Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt ihren Kindergartentag im Wald verbringen. Begleitet werden sie von zwei pädagogischen Fachkräften, davon eine mit Waldorfqualifikation, sowie einer Anerkennungspraktikantin zur Waldorferzieherin. Allen dort tätigen Pädagoginnen ist die Waldorfpädagogik ein Herzensanliegen und sie möchten diese – gepaart mit der Naturpädagogik - auch in der Waldgruppe tatkräftig leben und umsetzen.

Lage und Rahmenbedingungen

Dem Waldorfkindergarten Gummersbach e.V. wurde die Nutzungsberechtigung für ein umgrenztes Gelände von 400 qm an und von der Freien Waldorfschule Oberberg e.V. erteilt und in einem entsprechenden Nutzungsvertrag zugrunde gelegt. Das Gelände der Waldgruppe befindet sich nordöstlich oberhalb der Waldorfschule unterhalb eines Waldweges.

Wir haben als Schutzraum/Unterstand vor nasskalter Witterung und zur Materiallagerung einen Waldkindergartenwagen auf dem Gelände platziert. Dieser ist komfortabel ausgestattet mit Elektro-Heizung, einer Komposttoilette, einer Küchenzeile und einer kleinen Auswahl an Materialien für den Kindergartenbedarf (Malutensilien, Kreativmaterialien, Bücher etc.)

Dieser Bauwagen ist vom Parkplatz der Schule, auf dem der Waldkindergarten auch seine eigenen drei Parkplätze zusätzlich geschaffen hat, über einen Zuweg von 1,60 Breite und einer Länge von unter 50 Metern gut zugänglich. Die hohe Qualität der Zuwegung dient der Möglichkeit für die Feuerwehr und Rettungskräfte, im Ernstfall schnell und ungehindert den Bauwagen erreichen zu können.

Das Waldgruppengelände ist teilweise mit einem relativ einfachen Holzstaketenzaun und ansonsten durch optische Grenzen wie Totholzhecken abgegrenzt, damit im Falle von Personalausfall die Betreuung auch mit zwei Erzieherinnen stattfinden kann. Mit zwei Betreuungspersonen darf man, um der Aufsichtspflicht Genüge zu tun, sich auf dem Waldgruppengelände aufhalten, nicht jedoch in den angrenzenden Wald auf Erkundung gehen.

Im Vorfeld und auch in Zusammenhang mit dem Bauantragsverfahren wurden die verschiedenen relevanten Behörden informiert und involviert. So wurden von Seiten des Umweltamtes, des Forstamtes, des Gesundheitsamtes und der Lebensmittelüberwachung Stellungnahmen abgegeben, die unser Bauvorhaben in der geplanten Form genehmigten, auch die Feuerwehr und der Rettungsdienst wurden einbezogen.

Betreuungszeiten

Die Waldgruppe des Waldorfkindergartens Gummersbach e.V. bietet eine Betreuungszeit von 7:30 Uhr bis 14:30 Uhr an; die Eltern haben die Wahl zwischen einer 25- und einer 35-Stunden-Buchungszeit. Die Schließzeiten sind identisch mit denen des Stammkindergartens und überschreiten nicht 30 Tage im Kindergartenjahr. Eine Übersicht über die Feste und die Schließungstage wird jährlich unmittelbar zu Beginn des Kindergartenjahres ausgehändigt.

Pädagogisches Konzept

Das Leitbild, sämtliche Gesichtspunkte zu unserer Umsetzung der waldorfpädagogischen Aspekte und auch die Bildungs- und Erziehungsaufgaben (Bildungsbereiche) entsprechen im Wesentlichen den Ausführungen in der Konzeption für den Stammkindergarten mit den bei den Hausgruppen. Deshalb möchten wir auf diese verweisen. Im Nachfolgenden möchten wir im Wesentlichen die für die Waldgruppe besonders typischen Aspekte hervorheben.

Durch den Umgang mit der Natur und das Eingebundensein in sie erfahren die Kinder sich selbst sehr intensiv. Der weite Raum, die Geräusche im Wald und auch die Stille lassen die Kinder in Verbindung zur Natur treten. So fühlen sie sich unmittelbar ein in die Welt, die sie umgibt und können den Wald als Lebensraum mit den Naturelementen und schöpferischen Kräften wahrnehmen und begreifen (die verschiedenen Qualitäten und Erscheinungsformen von Erde, Steinen, Wasser, Blumen, Bäumen, Moos, Luft, Licht, Tieren, Wettererscheinungen). Zudem bietet der Wald vielfältige Möglichkeiten, den natürlichen Bewegungsimpulsen der Kinder Raum zu geben. Diese Erfahrungen wirken sich in hohem Maße auf das innere Gleichgewicht und das Wohlbefinden der Kinder aus und bieten optimale Voraussetzungen für eine gesunde Entwicklung.

Gerade im ersten Jahrsiebt ist es von großer Bedeutung, dass die Kinder ihre Umwelt und das Geschehen mit ihrem ganzen Leib erleben. Die Pädagogik in der Natur und vor allem im Wald ist eine wunderbare Möglichkeit, den Gegebenheiten der heutigen Zeit (Bewegungsarmut, Medienkonsum, fehlende Naturerlebnisse und Abenteuer) durch ganzheitliche Erlebniswelten entgegenzuwirken. Daher ist es uns ein Anliegen, den Kindern einen natürlichen, ursprünglichen Lebens- und Erfahrungsraum zu bieten.

Unseren pädagogischen Auftrag als Waldorf- und Walderzieher sehen wir darin, den Kindern eine erfüllte, von lebendigen Naturerlebnissen durchdrungene Kindergartenzeit zu ermöglichen und ihnen die bestmögliche Grundlage für eine gesunde, ausgeglichene Entwicklung und Entfaltung ihrer Fähigkeiten zu schaffen.

Wir Pädagoginnen des Waldorf-Waldkindergartens vertreten die Überzeugung, dass Kinder in der Natur all das erleben können, was ihren Bedürfnissen entgegenkommt und für ihre gesunde Entfaltung unentbehrlich ist. Sie können mit ihrem ganzen Wesen, insbesondere durch die Sinne, welche ihnen den Zugang zur Welt eröffnen, alle wesentlichen Erfahrungen machen. Daher ist es von einer enormen Wichtigkeit, dass Kinder ausreichend Bewegung haben und auch die Möglichkeit, sich selbst und ihre unmittelbare Umwelt im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen. Es liegt in der Natur des Kindes, ein starkes Bedürfnis nach dem Draußensein zu verspüren. Dieses richtet sich nicht nach der Wetterlage. Kinder kommen immer ins Schaffen, egal ob es sonnig oder windig ist, ob es regnet oder schneit. Leidenschaftlich wird in Pfützen geplantscht, im Sand gebuddelt und sich im Schnee gewälzt.

Die Erfahrungen, welche von den Kindern in der Natur gesammelt werden, sprechen unmittelbar die Sinneswahrnehmung an. Dabei ist zu betonen, dass, je reichhaltiger die Sinnesstimulation ist, desto mehr Synapsen (Schaltstellen) im Gehirn ausgebildet werden. Deshalb ist es berechtigt, das kindliche Selbsterfahren und das Selbstbegreifen als eine gewichtige primäre Lernmöglichkeit zu erfassen. Das Lernen im Sinne einer gewöhnlichen Vermittlung von Informationen und Wissen „aus zweiter Hand“ spielt indessen lediglich am Rande, gemäß den kindlichen Interessen, eine Rolle. Das Wesen der pädagogischen Arbeit liegt bei den Bedürfnissen und Interessen der Kinder. Ein primäres Bedürfnis der Kinder außerhalb ihrer gewohnten familiären Umgebung ist es, Orientierung und Sicherheit zu erfahren. Wir Erzieherinnen möchten durch eine aufgeschlossene und authentische Haltung den Kindern gegenüber eine gute Beziehung zu ihnen aufbauen, damit diese Vertrauen gewinnen können. Durch diese Vertrauens- und Beziehungsbasis möchten wir den Kindern das Gefühl der Sicherheit und des Schutzes vermitteln. Darüber hinaus legen wir größten Wert auf immer wiederkehrende Rituale im Tagesablauf, um den Kindern Halt und Orientierung zu geben. Dazu zählen die einzelnen Stationen, welche an einem Waldvormittag besucht werden, bestimmte Lieder oder Sprüche im Morgenkreis (und auch bei bestimmten Handlungen), wie auch die Tätigkeiten selbst (Händewaschen, gemeinsames Frühstück, gemeinschaftliches Aufräumen…). Auch durch bestimmte Regeln möchten wir Pädagogen den Kindern im Waldkinder garten Halt und Orientierung vermitteln. Der Aufenthalt in der Natur und das Miteinander beeinflussen diese Regeln und Grenzen. Sie sind für die Kinder nachvollziehbar, da sie die Konsequenzen häufig unmittelbar erleben können. Einige dieser Regeln sind z.B. das Warten an Wegkreuzungen, damit die Gruppe zusammen bleibt, ein freundlicher und gewaltfreier Umgang untereinander, keinen Müll zurückzulassen, Tiere an der Stelle zu belassen, wo sie aufgefunden werden etc.

Der Weg von der Natur zur Kultur begleitet uns tagtäglich. Das WIE ist uns wichtig, denn wir können die Natur nutzen, pflegen, als Schmuck erleben, es gibt heilkräftige Kräuter, wir sitzen auf den Baumstämmen... Alles in Allem ist es den Pädagoginnen der Waldgruppe ein großes Anliegen, die Qualität der Dankbarkeit anzusprechen. Die Kinder sollen erleben dürfen: Die Welt und ich, wir gehören zusammen! Ich bin ein Teil der Natur!

Denn wir können sowohl die Natur stören (Müll hinterlassen...), wir können harmonisch im Einklang miteinander leben (achtsam ohne Spuren zu hinterlassen) oder sogar aufbauend in sie eingreifen (säen, pflanzen, pflegen). Wir haben jeden Tag die Wahl und die Möglichkeit, hier sinnvoll tätig zu sein.

Ein Tag bei den Waldwichteln

Ab 7:30 Uhr bis 8:30 Uhr morgens trudeln die Kinder an unserem Bauwagengelände ein, mit Buddelanziehsachen und Gummistiefeln bzw. je nach Jahreszeit und Witterung ausgerüstet. Wir bereiten uns während der Bringzeit außerhalb des Bauwagens auf den Tag vor. Eine Erzieherin nimmt zwei Kinder als Helfer mit und sie holen gemeinsam mit dem Bollerwagen das für den Tag benötigte Wasser in den 10l-Kanistern von der Waldorfschule und geben dort an der Schulküche Bescheid, wieviele Kinder an diesem Tag zum Mittagessen kommen werden. Wir packen die Rucksäcke und das benötigte Material ein, das wir im Wald benötigen. Es gibt eine immer mitgeführte Grundausstattung (mit z.B. 1.-Hilfe-Paket, Notfall-Liste, Wasserflasche, Picknickdecken, Seilen, Becherlupen, Kreativmaterial...), die immer dabei ist und zusätzlich nehmen wir die Utensilien mit, die wir an dem bestimmten Tag brauchen werden. An einigen Tagen bereitet eine Erzieherin mit den Kindern eine Rohkost- und Obstmahlzeit zu oder es wird eine kreative Aktivität angeboten, bis um 8.30 Uhr alle Kinder gebracht sein sollen.

Sobald alle Kinder angekommen sind, findet der Morgenkreis statt. Eine Kerze wird in einem Windlicht angezündet, mit einem Lied und rhythmischen Spruch der Tag und die Kinder begrüßt und die fehlenden Kinder festgestellt. Es folgt ein Fingerspiel, welches zu der Jahreszeit oder dem aktuellen Thema passend ausgewählt wird und sich über einen gewissen Zeitraum morgendlich wiederholt.

Der Spruch lautet derzeit:

"Mein Herz ist wie die Welt so groß,

hat alles lieb, lässt nichts mehr los,

mein Herz in jeder Blume wohnt,

in Baum und Vogel, in Sonne und Mond."

Danach wird gemeinsam der Ablauf des Tages besprochen und der Platz gewählt, der aufgesucht wird. Das Wetter und seine Phänomene spielen auch immer eine Rolle und wir versuchen, diese den Kindern in bildhafter Weise nahezubringen.

Zum Abschluss des Morgenkreises wird mit einem Lied oder Spruch die Kerze auch wieder ausgelöscht, dies darf ein Kind übernehmen.

So geht es um kurz vor 9 Uhr los zu dem verabredeten Platz. Wir werden einige schöne Plätze in der näheren und weiteren Umgebung mit Namen benennen, so wie es auch bei den üblichen Waldtagen im Stamm-Kindergarten gewisse Plätze gibt, die wir "Dunkel-Dunkel-Wald" oder "Schlammloch" genannt haben.

In der dunklen und unwirtlichen Jahreszeit findet das Frühstück auch im Bauwagen statt im Wald statt und wir ziehen dann erst anschließend gestärkt los.

Der Weg ist das Ziel und wir lassen uns alle Zeit, auch unterwegs sich bietende Gelegenheiten zum Spiel und für Erfahrungen zu nutzen. Gestapelte Baumstämme am Wegesrand laden zum Balancieren ein, die zugefrorenen Pfützen mit dem Lufteis darauf müssen aufgehackt werden, an der Ameisenburg beobachten wir das emsige Treiben.... Am gewählten Platz angekommen breiten wir unsere Sitzmatten oder Picknickdecken aus und holen unsere Brotdosen und Trinkflaschen heraus. im Kreis gemeinsam im Wald unser von zu Hause Mitgebrachtes. Eine Möglichkeit zum Händewaschen haben wir stets durch den im Bollerwagen mitgeführten Kanister mit Wasser. Jedes Kind hat auch ein eigenes Handtuch in seinem Rucksack.

Das Frühstück im Wald beginnen wir – genau wie wir es auch im Haus-Kindergarten gewohnt sind – mit dem Anzünden einer Kerze in der Mitte und einem kleinen Spruch zum Dank für das Essen:

"Erde die uns dies gebracht, Sonne die es reif gemacht,

liebe Sonne, liebe Erde, euer nie vergessen werde!"

Wir fassen uns an den Händen und wünschen uns einen guten Appetit. Dann packen alle gemeinsam ihr Frühstück aus und beginnen zu essen.

Das Frühstück wird ebenso auch gemeinsam beendet und lösen dann die "Tafel" auf, mit einem kleinen Dankspruch "Hab dank, hab dank, für Speis und Trank ".

Nun können die Kinder während des Freispiels im Wald nach Herzenslust auf Entdeckungstour gehen, innerhalb eines gesteckten Rahmens (nur so weit, dass man die Erzieherinnen noch sehen und hören kann oder wir verabreden einen Baum/Felsen oder ähnliches, den man nicht überschreiten darf. Parallel zum Freispiel bieten die Erzieherinnen Aktivitäten an, denen sich die Kinder nach Wunsch anschließen können.

Wie auf den rhythmischen Tagesablauf gibt es auch einen Wochenrhythmus, auf den wir Wert legen, um den Kindern Orientierung zu bieten: Montags bieten wir Aquarellmalen im bzw. am Bauwagen an, dienstags fädeln wir Ketten aus Perlen und Naturmaterialien oder Ähnliches, Donnerstag ist unser Werktag, wo wir Sägen, Hammer, Nägel, Schnitzmesser mitführen und Freitag ist der Büchertag, wo Kinder ein Lieblingsbuch mitbringen können und wir es uns möglichst im Wald zum Lesen gemütlich machen.

Gegen 11 Uhr oder 11:15 Uhr kommen wir wieder alle zusammen zum Reigen (ausführlich dargestellt in der Gesamt-Konzeption) und danach machen wir uns wieder auf den Rückweg zum Bauwagen. Dort sind wir wieder gegen 11.30 Uhr angekommen.

Nach dem Händewaschen drinnen oder draußen je nach Wetterlage treffen wir uns zum Abschlusskreis. Hierzu wird wieder eine Kerze angezündet und dann das "Goldtröpfchen" in die sauberen Hände verteilt, mit einem begleitenden Spruch eingerieben und alle kommen nochmal zur Ruhe, denn jetzt folgt die Abschlussgeschichte oder ein Märchen.

Im Anschluss singen wir noch das Abschlusslied:

"Schutzengel mein, behüt mich fein,

Tag und Nacht, früh und spät,

bis meine Seele zum Himmel eingeht,

Schutzengel mein, behüt mich fein."

Nun werden die ersten Kinder verabschiedet, die vor dem Mittagessen abgeholt werden. Danach gehen wir gemeinsam zur Waldorfschule, wo in den Räumen der Ganztagsschule ein großer Tisch für uns reserviert ist und wir um 12.30 Uhr essen können.

Nach dem Essen kehren wir zurück zum Bauwagen-Gelände und lassen den Tag mit einer ruhigen Phase mit Geschichte und anschließender ruhigen Spielzeit mit kleinen Tätigkeiten wie Weben oder Mandala legen ausklingen. Auch wird der Bauwagen während der Mittagszeit immer aufgeräumt, gefegt, die Toilette gereinigt und gärtnerische Arbeiten verrichtet. Hier können sich die Kinder ebenfalls anschließen, wenn sie möchten. Ab 14 Uhr bis 14.30 Uhr werden dann die Kinder abgeholt.

Waldpädagogik

Die Förderung der Eigenverantwortlichkeit steht zusammen mit dem Lernen in ganzheitlichen Zusammenhängen (vor allem entdeckendes Lernen) im Vordergrund. Selbstverständlich ist uns vor allem im Wald die Umwelterziehung/Naturpädagogik wichtig und diese vor allem auf der Grundlage praktischen Anschauens und Tuns auf der Basis des lebenspraktischen Ansatzes.