Unser Waldorfkindergarten in Gummersbach Dieringhausen - Wichtel und Schnecke am Nest

Die in anthroposophischen Einrichtungen tätigen Menschen sehen in jedem Kind seine einzigartige Individualität und begegnen den individuellen Entwicklungswegen mit dem gebührenden Respekt. Der Waldorfpädagogik gemäß ist von jeher der Gedanke der Inklusion.

Ursprünglich wurde von Rudolf Steiner gar nicht differenziert zwischen Kindern mit und ohne Handicap, denn die Pädagogik richtet sich an ausnahmslos alle Kinder. Wir widmen diesem Themenfeld dennoch ein eigenes Kapitel, um unsere Haltung zu verdeutlichen. Kinder sind tätige Wesen, die sich aus eigenem Antrieb entwickeln und bilden. Die Kinder lernen voneinander, fördern sich gegenseitig und steigern ihre schöpferischen Fähigkeiten. Es ist uns ein Anliegen, die Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam im Alltagsleben zu fördern. Kinder mit Behinderung fordern uns auf, geeignete assistierende Hilfen zu entwickeln, um ein Miteinander zu ermöglichen.

„Das Normale im Außergewöhnlichen anerkennen, im Normalen das Besondere berücksichtigen...“ - Vater zweier Kinder, davon eines mit schwerer Mehrfachbehinderung - Inklusion bedeutet für uns, dass jeder ein gleichwertiges Mitglied unserer Gesellschaft ist und nicht erst „integriert“ werden muss. Bei der Bildungs- und Erziehungsarbeit in unserem Kindergarten wird die ganz individuelle Lebenslage jedes einzelnen Kindes berücksichtigt. Dies bezieht sich auf Kinder mit Migrationshintergrund genauso wie auf Kinder mit und ohne Handicap. Familien aus den verschiedensten Kulturkreisen und mit unterschiedlichen Religionen sind uns willkommen. Auch Familien mit Fluchterfahrungen haben ihren Platz in unserer Gemeinschaft und wir betrachten es als ein Ge- schenk, gemeinsam an einer offenen Gesell- schaft im Kleinen zu arbeiten, wo jeder seinen Platz findet. Die in unserem Leitbild veran- kerten Ideale Respekt, Akzeptanz und Toleranz jeder Individualität gegenüber erstrecken sich selbstverständlich auf das kulturelle und religiöse Miteinander. Durch alltägliche Erlebnisse und Erfahrungen hinsichtlich der Besonder- und Verschiedenheiten aller Men- schen, gleich welcher Kultur oder Religion sie angehören, entwickelt sich ganz beiläufig interkulturelle Kompetenz und gegenseitiger Respekt und Akzeptanz. Eine Vielfalt der Kulturen und Mehrsprachigkeit betrachten wir als Chance, sich gegenseitig bereichern und voneinander lernen zu können. Gleichermaßenerlebenwirdasalltägliche Miteinander von Menschen mit und ohne Handicap als große Bereicherung auf allen Ebenen und ganz besonders im Hinblick auf die Entwicklung der sozialen Kompetenzen. Die Waldorfpädagogik hat eine sehr positive Auswirkung auf die Gesamtentwicklung aller Kinder. Für sie bietet der rhythmisch angelegte Tagesablauf mit seinen Wiederholungen Orientierung und Sicherheit. Das Prinzip des Vorbilds und der Nachahmung stärkt das Kind in seinen körperlichen, seelischen und geistigen Kräften und bietet die Grundlage für die Willensbildung. Die Ausbildung der Sinne wird durch die Raumgestaltung, künstlerische und kreative Tätigkeiten und Bewegungsangebote unterstützt. Die tägliche Sprachpflege durch das Erzählen von Märchen, bei Fingerspielen, Reigenarbeit, beim Sprechen von Versen und Reimen, Singen etc. bietet gerade Kindern mit Beeinträchtigungen und beim Zweitspracherwerb einen verlässlichen Rahmen, sich an Kommunikation und sozialem Miteinander zu beteiligen.

Uns ist es ein wichtiges Anliegen, den 44 Kindergartenkindern ein ideales Klima für eine Auseinandersetzung mit ihrem Umfeld, den Bedürfnissen und Fähigkeiten anderer und ihrer eigenen Person zu bieten. Jedes Kind soll die Möglichkeit erhalten, seinen Lebensraum schrittweise zu erobern und sich damit handelnd auseinanderzusetzen, um sich dadurch individuell erfahren und entfalten zu können. Das bedeutet ein wechselseitiges und gemeinsames Lernen voneinander und miteinander, indem jeder mit seinen individuellen Bedürfnissen wahrgenommen wird und zu seinem Recht kommt. Dadurch wird es für die gesamte Kindergartengemeinschaft zur Normalität, dass Menschen verschieden sind, wodurch Berührungsängste gegenüber den Besonderheiten des Anderen abgebaut werden. Gleichzeitig wird das Einfühlungsvermögen der Kinder und der Erwachsenen gestärkt und ihre sozialen Erfahrungen erweitert. Die Lernschritte jedes Kindes entwickeln sich aus dem eigenen Rhythmus und den persönlichen Möglichkeiten, wobei ein gemeinschaftliches Lebens- und Lernfeld die Grundlage dafür bietet. Diese differenzierte und an- spruchsvolle sozialpädagogische Arbeit wird von einer Motopädin unterstützt sowie durch einmal wöchentliche Logopädie/Sprachtherapie. Unser hoch qualifiziertes und engagiertes Team bietet eine ganzheitliche Förderung aller Kinder und eine gute Unterstützung und Begleitung der Eltern in ihren unterschiedlichen Lebenslagen. Darüber hinaus ist eine kontinuierliche Kooperation mit Ärzten, externen Therapeuten und Beratungsstellen notwendig, um alle Kinder nach besten Möglichkeiten zu fördern. Gemeinsam arbeiten wir an heilpädagogischen Fragen, damit wir jedes Kind auf seinem be- sonderen Lebensweg individuell begleiten und unterstützen können in Respekt vor seinem ureigenen Schicksal. Die Aufgaben und Fragen, die durch die ge- meinsame Erziehung und Bildung aller Kinder entstehen, dienen dem gesamten Team als Entwicklungsfeld im persönlichen, fachlichen und gesellschaftlichen Bereich, genauso wie sie eine Bereicherung auf allen Ebenen für die gesamte Kindergartengemeinschaft bedeuten können.